Was wir machen

Wir sind eine Gruppe von engagierten Bienenzüchtern, welche sich der Zucht unserer heimischen Carnica-Biene (Apis mellifera carnica) verschrieben haben. Unsere Züchtergruppe besteht seit 1964.

Wie wir es machen

Unsere beiden Belegstellen, aber auch unsere Begattungsstelle, werden mit einer großen Anzahl an Drohnenvölkern ausgestattet, welche zuvor über eine umfangreiche und strenge Leistungsprüfung selektiert wurden. Die von unseren Züchtern gezüchteten Königinnen müssen jedes Jahr im Zuge eines verdeckten Ringtausches (anonymer Austausch der Königinnen zwischen den Züchtern) ihre Leistung unter Beweis stellen.

Wo wir es machen

Unsere Zuchtgruppe betreibt die beiden Belegstellen LS1 (Strobl Weißenbach) und LS5 (Abtenau Zinkenbach).

Zusätzlich betreiben wir die Begattungsstelle Eugendorfer Berg.

62

Engagierte Carnica Züchter (Stand Dezember 2024)

2

Belegstellen

32

Drohnenvölker

1964

Erfolgreich begattete Carnica-Königinnen 2024

1

Begattungsstelle

12

Drohnenvölker

Carnica Reinzucht

In unserer Zuchtgruppe betreiben wir ausschließlich Carnica-Reinzucht, um die besonderen Merkmale der an unsere Natur angepassten Carnica-Biene zu erhalten. Durch die Reinzucht lassen sich die Eigenschaften der gezüchteten Bienen besser kontrollieren und dauerhaft festigen. Durch die Einhaltung der Carnica-Rassestandards (Körung) stellen wir sicher, dass die genetische Identität unserer Carnica-Population nicht durch fremde Bienen verwässert wird und die lokale Anpassungen unserer Bienen erhalten bleiben. Um Inzucht innerhalb unserer Carnica-Population ausschließen zu können, erhalten wir viele Carnica-Linien. In Zeiten einer zunehmenden Vermischung unserer Honigbienen (zur Steigerung der Honigleistung, zur Verbesserung der Varroaresistenz etc.) sind wir der Ansicht, dass unsere Carnica-Reinzucht sogar langfristig an Bedeutung gewinnen wird. Schließlich ist auch jede Kreuzungszucht langfristig auf Reinzucht angewiesen.

Wir möchten mit unseren Zuchtbemühungen die heimische Bienenrasse Carnica sowie deren lokale Populationen in ihrer derzeitigen Vielfalt erhalten. Wir sind der Ansicht, dass der Mensch die besonderen Werte einzelner Tierrassen und Populationen oftmals erst im Nachhinein erkennt und zu schätzen lernt. Bei vielen Tierrassen war es bereits zu spät oder die jeweilige Tierrasse stand kurz vor dem Aussterben. Das hat oftmals aufwändige Art-Erhaltungsprogramme zur Folge, sofern überhaupt noch etwas gerettet werden kann. Eigentlich sollte dieser Schutz für unsere Honigbienen durch die Bienenwirtschaft-Landesgesetze ausreichend geregelt sein. Diese Gesetze enthalten aber oftmals auch Schlupflöcher, welche es dann auch ermöglichen fremde Bienenrassen bei uns anzusiedeln und mit ihnen zu züchten.

Natürliche Paarung – Natürliche Selektion

Wir achten darauf, dass unsere Zucht so einfach und natürlich wie möglich ist. Deshalb verzichten wir vollständig auf instrumentelle Besamung und nutzen weiterhin die Vorteile der natürlichen Paarung bei der Zucht unserer Bienenköniginnen.  Auf diese Weise entstehen ausreichend begattete und langlebige Bienenköniginnen. Bei instrumenteller Besamung ist das häufig nicht der Fall. Zudem würde die instrumentelle Besamung den finanziellen und zeitlichen Aufwand für die Zucht so sehr erhöhen, dass nur noch sehr wenige Züchter überhaupt in der Lage wären, diese in der notwendigen Art und Weise über eine längere Zeitspanne durchführen zu können. Ähnlich verhält es sich bei der Varroa-Selektion. Auch hier halten wir es für zweckmäßiger, die Bienen auf möglichst natürliche Weise zu selektieren. Im Rahmen unserer züchterischen Möglichkeiten halten wir es beispielsweise nicht für sinnvoll, sie mit einer vordefinierten Anzahl an Varroamilben zu impfen, da die Vitalität und Fertilität dieser Milben von uns gar nicht beurteilt werden kann. Ebenso wenig halten wir es für sinnvoll, die Bienenbrut anzustechen und zu töten, um über das momentane Ausräum- bzw. Putzverhalten der Bienen Rückschlüsse auf deren zukünftige Varroaabwehr ziehen zu können.

Wir halten es für zielführender, den zusätzlichen züchterischen Aufwand so gering wie möglich zu halten. So können sich Züchter auch an den an sich schon aufwendigen Leistungsprüfungen beteiligen und haben trotzdem genug Zeit, um die Gesundheit ihrer Bienen ganzheitlicher zu betrachten und zu fördern.

Auch wenn sich Veränderungen an den Bienen durch den von uns gewählten Zuchtweg nur sehr langsam einstellen, hat sich dieser über viele Jahrzehnte hinweg als erfolgreich erwiesen. Deshalb werden wir, wenn überhaupt, nur sehr vorsichtig und nach ausreichender Prüfung von unserem eingeschlagenen Zuchtweg abweichen. Wer schnelle züchterische Veränderungen anstrebt, wird vermutlich andere züchterische Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise Kreuzungszucht, die Nutzung von Heterosis-Effekten, Inzucht, Ein-Drohn-Besamung etc. Diese Vorgehensweise entspricht jedoch nicht unserem Bestreben, da wir der Meinung sind, dass das Leben der Bienen noch viele unentdeckte Überraschungen bereithält. Mit solchen menschlichen Kunstgriffen würden wir möglicherweise Dinge beschleunigen oder gänzlich überspringen, deren natürlichen Ablauf und Zweck wir noch gar nicht vollständig durchleuchtet und verstanden haben.

Unser Vorstand

Unser Vorstand wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 14.4.2023 für eine Periode von 4 Jahren gewählt und besteht aus folgenden Personen:

Obmann
Andreas Freundlinger

Obmann-Stellvertreter
Pölzleitner Josef

Schriftführer
Bernd Meierhofer

Schriftführer-Stellvertreter
Hiesinger Günter

Kassier
Hutzinger Josef

Kassier-Stellvertreter
Krebs Waldemar

Kassa-Prüfer
Brandl Andreas

Kassa-Prüfer
Dörner Marcus

EDV
Doppler Maria
Bernd Meierhofer

Du willst Mitglied werden?

Gleichgültig, ob du als Carnica-Züchter oder als Bienen-Freund Mitglied in unserer Zuchtgruppe werden willst, freuen wir uns darüber sehr!

Für die unterschiedlichen Arten der Mitgliedschaft wurden die nachfolgenden, jährlichen Mitgliedsbeiträge festgelegt:

  • ordentliche Mitglieder (Folgejahre)
  • 15,00
  • ordentliche Mitglieder (Eintrittsjahr)
  • 20,00
  • unterstützende Mitglieder
  • 7,00

Die Mitgliedsbeiträge können bei der Jahreshauptversammlung, bei den Stammtischen oder auf den Belegstellen bezahlt werden.

Die Geschichte unserer Zuchtgruppe

Es war im Jahr 1961, als Hans Muskat in der Imkerortsgruppe Hallein die ersten Diskussionen über die Königinnenzucht auslöste.

Viktor König, damals ebenfalls ein sehr engagierter Bienenzüchter, dokumentierte: „Viele wussten, dass mit den damaligen wilden Kreuzungen der Carnica- und Dunklen-Bienen kaum noch sinnvolle Imkerei möglich war. Der Schwarmtrieb und die Stechlust der damaligen Bienen waren oft der Grund, dass so mancher keine Bienenstöcke im bewohnten Gebiet aufstellen konnte“.

So schlossen sich auf Initiative von Hans Muskat einige Mitglieder des Halleiner Imkerortsgruppe zusammen, gründeten die Züchtergruppe Tennengau – später umbenannt in Züchtergruppe Lienbachtal und erst kürzlich in Carnica Zuchtgruppe Salzburg – und errichteten in Eigenregie eine Belegstellenhütte (die Belegstelle LS5 Zinkenbach). Schon vor der Anerkennung als Carnica-Belegstelle wurden dort Königinnen gezüchtet.

Prof. Edmund Stierschneider übernahm 1965 das Amt des ersten Belegstellenwarts. 1967 wurde Georg Süss zum ersten Obmann der Zuchtgruppe gewählt. Herr Süss nahm diese Funktion bis 1985 wahr. Er wurde dann von Gerhard Forthofer abgelöst, der das Amt bis 1990 ausübte. Es folgten die Obmänner Franz Pritz und Eduard Pichler. 2001 übernahm schließlich unser derzeitiger Obmann, Andreas Freundlinger, das Amt.

Seit Beginn der Zuchtgruppe erfolgt die Pflege (Aufstellen der Zuchtstände, Schneiden der Wege etc.) und der Betrieb (Kontrolle der Zufahrten, Kassieren der Gebühren etc.) der beiden Belegstellen mit viel Sachverstand und Freude.

Belegstelle LS5 Abtenau Zinkenbach

Die Belegstelle LS5 Zinkenbach befindet sich im Bundesland Salzburg, Gemeindegebiet Abtenau, Voglau, Richtung Postalm. Die damaligen Zuchtverhältnisse waren allerdings wesentlich schwieriger als heute. Die Zufahrt zur Belegstelle war meist bis Ende Mai nicht möglich, die damals verwendeten Zuchtkästchen aus Holz wurden hauptsächlich mit dem Motorrad und der „Krax’n“ zur Belegstelle transportiert. Dabei musste man auch oft über die Reste der winterlichen Lawine und knietief durch den Lienbach waten, dessen Wasserstand durch die Schneeschmelze meist sehr hoch war. So konnte die Belegstelle nur relativ kurze Zeit im Jahr überhaupt genutzt werden. Zudem war sie sehr schattig, was den Drohnenflug beeinträchtigte. Die Züchter der Züchtergruppe Tennengau konnten jedoch im Laufe der Zeit einen anderen Standort finden und so wurde die Belegstelle mit Zustimmung der Grundeigentümer um ca. 2 km vorverlegt. 1965 wurde die Belegstelle Zinkenbach als offiziell anerkannte Carnica-Belegstelle eröffnet. Aus diesem Grund wurde 2025 das 60jährige Bestehen dieser Belegstelle gefeiert. Schon 1965 wurden über 600 Königinnen auf die Belegstelle aufgefahren, was für die damalige Zeit sehr beachtlich ist. Die ersten Zuchtkurse wurden 1968 am Bienenstand von Georg Süss abgehalten, welcher dazumal Obmann der Züchtergruppe Tennengau war.

Seit 2023 ist die Belegstelle LS5 Zinkenbach auch Carnica-Belegstelle der Austrian Carnica Association – kurz ACA. Der Belegstellenwart Josef Pölzleitner aus Abtenau stellt jedes Jahr 16 Drohnenvölkern auf.

Im Jahr 2025 wurden auf der Belegstelle 1.173 Königinnen aufgefahren und der Begattungserfolg lag bei 81,9%.

Der genaue Öffnungstermin der Belegstelle LS5 für das Jahr 2026 wird in Kürze bekannt gegeben.

Belegstelle LS1 Strobl Weißenbach

Die Belegstelle LS1 Weißenbach bei Strobl liegt auf der anderen Seite der Postalm, also auf der „Wolfgangseeseite“. Hier finden sich bereits Aufzeichnungen aus dem Jahr 1949, aus denen hervorgeht, dass beim Landesverband eine Anerkennung als Carnica-Belegstelle angestrebt wurde. Seit 1975 ist die Belegstelle LS1 Weißenbach bei Strobl eine anerkannte Carnica-Belegstelle. Somit wurde 2025 das 50jährige Bestehen dieser Belegstelle gefeiert. Die Belegstelle wird im jährlichen Wechsel von Markus Palfinger aus Koppl und Andreas Freundlinger aus Eugendorf betreut und mit 16 Drohnenvölkern versorgt.

Im Jahr 2025 wurden auf der Belegstelle 1.402 Königinnen aufgefahren und der Begattungserfolg lag bei 84,9%.

Der genaue Öffnungstermin der Belegstelle LS1 für das Jahr 2026 wird in Kürze bekannt gegeben.

Carnica Zuchtgruppe Salzburg

Die Carnica Zuchtgruppe Salzburg besteht heute (2026) aus ca. 70 engagierten Carnica-Züchtern. Die Geschicke der Zuchtgruppe werden seit 2001 erfolgreich von Obmann Andreas Freundlinger geleitet.

Wir Carnica-Züchter sind heute in der glücklichen Lage, von der jahrzehntelangen Zuchtarbeit vieler Carnica-Züchter profitieren zu können. Vergleicht man z.B. die Honigleistung der Carnica-Bienenvölker heute mit der von früher, so kann man den enormen Zuchtfortschritt erkennen. Sanftmut ist heute schon Standard für eine gute Carnica-Zucht. Ruhige, leistungsstarke Bienen zeigen, dass Zucht und gezielte Auslese wichtig sind.

Noch wichtiger als alle Leistungsparameter ist jedoch der Gesundheitszustand unserer Bienen. Bei aller Selektion und Züchtung achten wir stets darauf, die Gesundheit unserer Bienen zu erhalten bzw. zu verbessern, da wir der Meinung sind, dass unsere Bienen nur so den heutigen und zukünftigen Krankheiten und Bedrohungen am Besten standhalten können. So hat sich der Obmann unserer Züchtergruppe, Andreas Freundliger, bereits 2024 für eine besondere – auch in Züchterkreisen unterschiedlich beurteilte – Vorgehensweise entschieden, die alle 10 Jahre wiederholt werden soll: Auf der Belegstelle LS1 wurden Carnica-Vatervölker mit Zuchtköniginnen aus mehreren ausgewählten Zuchtlinien aufgestellt um damit die genetische Vielfalt und Vitalität der Bienenvölker zu erhöhen (Mischpaarung).

Auf jeden Fall hoffen wir, dass unsere Carnica-Zuchtgruppe noch viele Jahre bestehen wird, noch viele Jubiläen feiern kann und dass sich noch viele Generationen nach uns an unserer Natur und unseren Carnica-Bienen erfreuen können.

Carnica Zuchtgruppe Salzburg       Impressum