Protokoll der Jahreshauptversammlung am 10.4.2026
Ort: Gasthaus Brückenwirt
Beginn: 19:15 Uhr
Protokollführer: Bernd Meierhofer
Begrüßung
Am 10. April 2026 fand im Gasthaus Brückenwirt in Niederalm die Jahreshauptversammlung der Carnica Zuchtgruppe Salzburg statt. Obmann Andreas Freundlinger eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die anwesenden Funktionäre des Salzburger Landesverbandes für Imkerei und Bienenzucht, darunter Obmann Andreas Brieger, Flachgauer-Gauobmann Hans Eisl, Schriftführer-Stellvertreter Andrè Arnold sowie den Bio-Landesreferenten Andreas Brandl, die allesamt auch Mitglieder der Carnica Zuchtgruppe Salzburg sind. Ebenso hieß er die neuen Mitglieder, den diesjährigen Vortragenden Simon Klaushofer, die Mitglieder der Zuchtgruppe und die vielen Gäste herzlich willkommen.
Rückblick Zuchtsaison 2025
Im Anschluss präsentierte der Obmann den Belegstellenbericht sowie die Begattungserfolge des Jahres 2025 (siehe Salzburger Belegstellenbericht 2025). Besonders hervorgehoben wurde dabei die bedeutende Rolle der Zuchtgruppe: Sie ist für die Zucht von mehr als der Hälfte aller Carnica-Königinnen im Bundesland Salzburg verantwortlich. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Belegstelle LS1 Strobl, bei der es im vergangenen Jahr zu einem Besitzerwechsel gekommen ist. Neuer Eigentümer sind nun die Österreichischen Bundesforste.
Kassabericht
Darauf folgte der Kassabericht von Kassier Josef Hutzinger. Nach dem Bericht der Rechnungsprüfer wurde sowohl der Kassier als auch der gesamte Vorstand einstimmig entlastet.
Grußworte vom Landesobmann Andreas Brieger
Anschließend ergriff Landesobmann Andreas Brieger kurz das Wort. Er lobte die engagierte und erfolgreiche Tätigkeit der Carnica Zuchtgruppe Salzburg und informierte darüber, dass er bereits mit den Österreichischen Bundesforsten in Verhandlungen über neue Verträge für die Belegstellen steht. Dabei werden von Seiten des Landesverbandes langfristige Vereinbarungen mit einer Laufzeit von rund zehn Jahren angestrebt.
Fachvortrag über Bienen-Stockluft von Simon Klaushofer
Den Abschluss der Versammlung bildete der Fachvortrag von Simon Klaushofer zum Thema „Bienen-Stockluft“. Simon begann bereits 1988 mit der Imkerei und trat 1994 der Ortsgruppe Faistenau bei. Gemeinsam mit seiner Familie betreibt er eine Landwirtschaft mit Hofladen, Imkerei und Kräutergarten, während seine Tochter am Hof einen Gastgarten mit Kaffee und Konditorei führt (siehe Erlebnisbauernhof Faistenau).
Eine besondere Einrichtung seiner Imkerei ist die sogenannte Api-Air-Therapie in einer eigenen „Lufthütte“. Zu Beginn arbeitete er dabei mit acht Bienenstöcken und verwendete Aufsätze des Imkermeisters Hans Musch. Diese speziellen Vorrichtungen ermöglichen es, die Bienenstockluft gezielt einzuatmen, ohne direkt mit den Bienen in Kontakt zu kommen.
Vor der Anwendung der Stockluft-Therapie erfolgt eine etwa 14-tägige vorbereitende Phase, in der die Anwender gezielt Propolis und Blütenhonig einnehmen. Ergänzend kommt auch ein von seiner Frau hergestelltes Pulver aus Tannenmisteln zum Einsatz, die über eine TEH-Kräuterausbildung (Traditionelle Europäische Heilkunde) verfügt. Die eigentliche Api-Therapie kann jedoch nur in wenigen Monaten im Jahr durchgeführt werden, da sie von guten Trachtverhältnissen abhängig ist. Nur wenn ausreichend Nektar, Pollen und Propolis eingetragen werden, entsteht die für die Therapie wirksame Bienenstockluft.
Die Stockluft-Saison ist daher sehr kurz und an Schönwetter sowie regen Flugbetrieb der Bienen gebunden. Für die restliche Zeit im Jahr empfiehlt Simon den Einsatz von Propolis-Verdampfern. Dabei sollte ausschließlich reines Roh-Propolis verwendet werden – keine fertigen Tropfen – und die Verdampfung über geeignete Geräte erfolgen, keinesfalls über Kerzen.
Abschließend bat Simon die Teilnehmer, auch in den Imker-Ortsgruppen verstärkt über die Bedeutung der Api-Therapie zu informieren. Aus seinem Vortrag war deutlich spürbar, mit welcher Freude und Begeisterung er sich diesem Thema widmet und wie wichtig es ihm ist, mit Hilfe seiner Bienen auch schwer erkrankten Menschen eine Linderung ihrer Beschwerden zu ermöglichen.
Ausblick Zuchtsaison 2026
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung berichtete Obmann Andreas Freundlinger über die geplanten Aktivitäten für das Jahr 2026. Auch wenn sich einige Züchter eine frühere Öffnung der Belegstellen wünschen würden, ist dies aus biologischen Gründen nicht möglich, da der Zeitpunkt ausschließlich von der Geschlechtsreife der Drohnen der Vatervölker abhängt. Die Bienenvölker müssen zunächst Drohnen aufziehen, die erst rund 40 Tage nach dem Schlupf für ihre Begattungsflüge bereit sind.
Daher startet die Belegstelle LS1 Strobl am 17. Mai, die Belegstelle LS5 Abtenau am 24. Mai. Auf der Belegstelle LS1 werden heuer Vatervölker der Linie Wasserburger eingesetzt, während auf der Belegstelle LS5 Vatervölker einer ACA Kärcher-Linie aufgestellt werden. Durch die Erweiterung der Belegstelle LS5 mit neuen Beutenständern werden dort in diesem Jahr auch 20 statt bisher 16 Vatervölker aufgestellt werden. Details siehe Zuchtsaison 2026 (Bernd wird in Kürze die Unterlagen via Homepage zur Verfügung stellen)
Abschließend gab Obmann Andreas Freundlinger bekannt, dass im kommenden Jahr Neuwahlen anstehen und er nicht mehr für die Funktion des Obmannes zur Verfügung stehen wird. Er erklärte jedoch, dass er noch ein weiteres Jahr gemeinsam mit Max Palfinger die Vatervölker für die Belegstelle LS1 bereitstellen wird. Gleichzeitig richtete er einen Appell an alle Mitglieder, sich Gedanken darüber zu machen, wer künftig Verantwortung übernehmen und die Funktion des Obmannes ausüben möchte.
Abschluss der Jahreshauptversammlung 2026
Die Versammlung endete in gemütlicher Atmosphäre und intensiven Gesprächen rund um die Bienen.
Die Versammlung bot einen umfassenden Rückblick auf ein erfolgreiches Zuchtjahr und unterstrich einmal mehr die zentrale Bedeutung der Carnica Zuchtgruppe Salzburg für die Imkerei in der Region.



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